„RETRO – Look back “ – Fotoausstellung in Wien

CLEMENS FABRY – DANIELA BÖCKL – EVA-MARIE HILD – HERBWIEN – JOHN ADDAMS – KURT BLENZ – MARIA FRODL – NATASCHA AUENHAMMER

Retro_01

Von 4.11. bis 3.12. 2015
Vernissage 4.11.2015 19 Uhr

ZEBRA Zentrum für Klassische und Moderne Fotografie
Burggasse 46
1070 Wien
zebralabor.at
Di bis Do 9:00 – 12:30 und 13:30 – 17:30
Fr 9:00 – 14:30

Look Back – Zurückschauen, sich umsehen, Rückschau, Rückblick, Retro – gestalterisch oder inhaltlich mit einem Blick auf die Vergangenheit.
Mit dem Ausdruck Retro verbinden wir im Allgemeinen Erscheinungen, die mit alten Traditionen und Mustern verbunden sind, eine zeitliche oder räumliche Perspektive nach rückwärts haben. Wie Fotografien ja eigentlich grundsätzlich. Wie könnte man besser zurückschauen als mit den Mitteln der Fotografie! Ereignisse, die für einen selbst, vielleicht auch für andere, von Bedeutung sind, festzuhalten ist das Ziel. Den Moment zu archivieren. Damit wir später darauf zurückschauen können. Also jetzt für später einmal. In diesem Sinne ist jede Fotografie als eine Art Rückblick angelegt.
In unserer Ausstellung zeigen wir unterschiedliche Arten der „Rückschau“- einen Teil in alten Fotografien, die mittlerweile ein Stück Zeitgeschichte geworden sind – und einen zweiten Teil, der sich auf alte Techniken und Methoden der Fotografie zurückbesinnt.

Herbwien , mit bürgerlichem Namen Herbert Lastuvka, hat seine eigene Großformatlochkamera gebaut, für bis zu 50x50cm große Papierbilder, einen Zauberkasten aus Holz, der zugleich dem Transport der fertigen Bilder dient.
Kurt Blenz setzt sich tagelang zu seinen zeitlosen Bildern und arbeitet in mühevoller Kleinarbeit eine handgefertigte kolorierte Seele in die original schwarz-weissen Bilder.
Clemens Fabry ist im Heute unterwegs an menschenleeren Stränden und spürt der Unvergänglichkeit nach. Stammen sie aus 2015 oder doch aus den 60er-Jahren, diese Bilder?
John Addams wendet den Blick der Betrachter auf historische kulturelle Persönlichkeiten und präsentiert uns ein Stück Wiener Zeitgeschichte mit Falco und Waluliso, zum Schmunzeln.
Daniela Böckl schließt sich dort an und führt uns in ein „Traumland“ des alten Kinos. Im Bellariakino ist die Zeit scheinbar stillgestanden, stehengeblieben bis heute, und man kann fast persönlich in diese nostalgische Lichtbild-Atmosphäre eintauchen, die so viele Generationen in ihren Bann zog.
Eva-Marie Hild hat auch durch Man Ray die alten Techniken wiederentdeckt und widmet sich in den gezeigten Arbeiten unter anderem den Photogrammen. Es geht darum, durch die Schattengebung Beziehung und Emotionen dazustellen. Auch Retro-muster entdeckt man bei ihr, im Basar von Arbil/Kurdistan aufgenommen, wo es handgewebte Stoffe gab, die wir in dieser Pracht in unserer heutigen westlichen Welt nicht mehr kennen.
Maria Frodl lässt den Blick wandern in den ‚Wiener (Ge)Schichten‘ , melancholisch und düster, im Wiener Prater und an der alten Donau. Der Reiz liegt in der technischen Unvollkommenheit. Durch die asymmetrischen Verzerrungen, die holga-typische Vignettierung, das Streulicht und die Lichtschwäche der Plastiklinse entstand die Idee von Mehrfachbelichtungen.
Natascha Auenhammer wendet einen ästhetischen Rückgriff auf Fotogramme an.
Nicht nostalgisch, sondern als Vintage im Sinne von altehrwürdig; erlesen die Technik, angewandt in einer völlig neuen Form, etwa mit Meerwasser aus Kroatien.

Ohne Vergangenheit und ohne Gegenwart gäbe es auch keine Zukunft. Deshalb gilt es, die Vergangenheit zu bewahren, die Gegenwart zu leben und die Zukunft zu gestalten. Das gesamte Universum unterliegt einem ewigen Zyklus von Werden, Sein und Vergehen und damit auch alles, was in ihm ist. Entwicklung heißt, aus Altem zu lernen um im Jetzt etwas Neues daraus zu gestalten.

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