Amsterdam – eine Geschichte zur Polaroid SX-70

In einem Artikel vor drei Wochen wurde neben der Rückkehr der SX-70 und den Sofortbildfilmen dazu, auch eine Polaroid SX-70 Land Camera PolaSonic AutoFocus Model 2 angeboten – für den ersten Einsender einer persönlichen Story zu einem SX-70 Erlebnis. Die schnellste Zusendung kam von Immanuel Hick, dessen folgender Artikel und die klassischen SX-70 Bilder von einer Amsterdamtour erzählen.

Amsterdam also

Meine Freundin Resi war jetzt schon ein halbes Jahr da, hat mir von Industriegarten, Studentenhuis und Fiets (Fahrrad..) erzählt; davon dass alles hier so schön ist im Sommer, es keine bessere Gegend zum wohnen gibt als da wo sie ist.. Und von Berlin ist es ja auch nicht so weit. Also die Tapes ins Auto geschmissen, die Mitfahrer eingesammelt, und eine musikalische Reise angetreten. Keiner wollte reden, aber alle haben sich mit dem Tape angefreundet was ich ein Woche zuvor am Tempelhofer Ufer gefunden hatte. Velvet Underground, Alton Ellis und alter deutscher Punk. Da war für jeden was dabei. Für den Mann mit dem grünen Iro, der Prellung und der Fahne, den Motoradfahrer der neben mir saß, und das Hippie-Mädchen das hinter mir war.
Sonne, Autobahn. Amsterdam!
Und dann kam Resi’s Industriegarten.. Sie wohnte in einem kleinen Containerhaus direkt am Hafen. Sie hatte viele Fahrräder. Wir haben meine alte Polaroid SX70 mit einem Fundstück aus München geladen:

einem echten Time Zero Film.. Das war der originale, und er war abgelaufen und hatte wunderschöne Fehler.. Wir sind den ganzen Tag mit unseren Fietsen durch den Hinterhof des Industriehafens gefahren, haben uns alte Boote angeschaut, uns auf Holzstücke am Wasser gesetzt, den Wolken zugeschaut.. Und immer wieder die Emulsion beobachtet wenn sich ein Photo aus meiner Kamera schob.. Wir sind mit Fähren gefahren, auf verrosteten Kränen rumgeklettert und in Baustellen eingebrochen, bis wir so müde waren dass wir uns auf den Pier gelegt haben und ein Nickerchen gehalten haben.

Später am Abend haben wir uns dann in die Stadt gewagt. Haben einen Coffeshop besucht, uns an eine Gracht gesetzt und geschaut was der Tag noch so bringen kann. Dann kam das Boot mit den Holländern, wir haben die Leinen entgegengenommen, die Jungs sind schnell auf die Toilette in dem Coffeshop gegangen, und wir haben gefragt ob sie denn in Richtung Rotlichtviertel fahren würden?
Die Holländer haben uns ageschaut, gegrinst, und gesagt da kommen sie gerade her. Wir sollen aber trotzdem einsteigen! Und dann ging es durch Grachten, kleine und große, mit Musik, mit Leuten die neben uns hergelaufen sind, durch rotes und blaues Licht, kreuz und quer, unter Brücken durch und um Ecken rum, immer weiter, immer schöner, wir konnten unser Glück kaum fassen! Und weil wir uns so gefreut habe, durften wir weiter mit fahren. Bis wir um 01:30 h dann durchgefroren hinter dem Bahnhof rausgelassen wurden. Glücklich und müde sind wir zurück zu unseren Rädern gelaufen, vorbei an Häusern die klein waren und schief standen, durch enge Gassen und über die Brücken unter denen wir gerade noch singend durch gefahren waren..

Text u. Foto: Immanuel Hick

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